Aktion Allgemein Drogenpolitik Hanf

Neue Perspektiven beim 'Langen Tag des Hanfes' an der Hochschule Merseburg

Zukunft statt Kriminalisierung

Hanfaktivist und Diplom- Physiker Maximilian Plenert (Akzept e.V.) und Prof. Dr. Gundula Barsch (HS Merseburg)

Am 19. Oktober fand an der Hochschule Merseburg der „Lange Tag des Hanfes“ statt. Unter dem Motto “Kommen, hören, mitdenken, vernetzen!”, trafen Expert*innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Rechtswesen dabei auf Vetreter*innen der Branche sowie Aktivist*innen aus Politik und Verbänden.

Der von der Soziologin und Drogenforscherin Prof. Dr. Gundula Barsch moderierte Hanftag fand großes Interesse – nicht nur bei bei Studierenden. Die mehr als 20 Vorträge der vier verschiedenen Vortrags- und Diskussionspanels waren gut bis sehr gut besucht. Bei manchen Themen reichten die Plätze im Hörsaal nicht aus.

Weiterbildung zu THC und CBD für Mediziner

Der medizinische Teil, moderiert vom Suchtmediziner Peter Jeschke, konnte dabei in Zusammenarbeit mit der Ärztekammer Sachsen-Anhalt als anerkannte Weiterbildung absolviert werden. Unter anderem referierte dort der Ulmer Neurologe Prof. Dr. med. Jürgen Aschoff über Erfolge und Misserfolge in der Cannabis-Therapie mit THC und CBD.

Hanfwende im Zeichen der Nachhaltigkeit

Prof. Lutz Klimpel (HS Merseburg) stellte das Projekt BioenergiePLUS vor.

Das Wirtschaftspanel war mit „Hanf in der bioökologischen Wende“ überschrieben. Hier sprachen Unternehmer aus der Bau- und Landwirtschaft, aber auch Experten aus der Forschung und dem Rechtswesen. Auch die Hochschule Merseburg stellte sich selbst als Akteur der Energiewirtschaft mit ihrem Projekt BioenergiePLUS vor. Damit sollen die Folgen des Kohleausstieges für den regionalen Arbeitsmarkt durch neue Biogas- und Bioethanol-Standorte auf Hanfbasis abgefedert werden. Das Ziel: Sachsen-Anhalt als Modellregion für die Verarbeitung nachwachsender Rohstoffe zu etablieren.

Keine Planze ist illegal

Ein Expert*innentag zum Thema Hanf kann derzeit noch nicht ohne einen umfangreichen juristischen und politischen Part auskommen. Der Buchautor Andreas Müller, amtierender Richter am Amtsgericht Bernau, stellte in Merseberg erstmals eine gemeinsam mit dem Deutschen Hanfverband entwickelte Vorlage für einen Antrag an das Verfassungsgericht zur Diskussion. Diese hat zum Ziel, die Kriminalisierung von Hanf rechtswirksam zu beenden. Dazu soll die Verfassungswidrigkeit des Verbotes nachgewiesen und somit einer Aufhebung juristisch auf die Sprünge geholfen werden.

Potenzial endlich ausschöpfen statt verbieten

Sophie Bendix am Stand des DHV in Merseburg

Die Landesvorsitzende der Piratenpartei Sophie Bendix ist überzeugt vom großen Potenzial der Nutzpflanze für Wirtschaft und Ökologie in Sachsen-Anhalt. „Um alle Facetten des Hanfes auszuschöpfen müssen wir die Gesetzgebung ändern.“, so das Fazit der Bioingenieurin, die den gesamten Hanftag interessiert verfolgte. „Denn die Bürokratie und Kriminalisierung hindern uns an der effektiven Nutzung. Bei richtigem Anbau kann Hanf sogar gegen Unkraut wirken und somit Glyphosat ablösen helfen. Das Magdeburger Startup KANNAMED zeigt uns außer dem, dass mit Hanf neue hochqualifizierte Jobs entstehen können.“

Modell Cannabis Social Club

Die Piraten blieben nicht nur Zaungast auf dem Hanftag. Angelika Saidi, aktive Piratin und Sprecherin des Hanfverbandes Halle-Saalekreis, stellte das alternative Vertriebsmodell der Cannabis Social Clubs in Merseburg vor. Diese von der paneuropäischen Organisation ENCOD entwickelte Idee weist den Weg in eine schrittweise Legalisierung auch des nichtmedizinischen Konsums von THC-haltigen Hanfprodukten unter volljährigen Personen.
Das Modell der CSC sieht vor, dass Menschen den Anbau, die Verteilung und den Konsum von Cannabis selbstorganisiert und frei von Werbung und Kommerz für Ihre eigenen Bedürfnisse selbst organisieren können.

 

 

Die Veranstaltung ist im Internet in einer >>Aufzeichung des Campus-TV der Hochschule nachzuverfolgen:

 

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